Monatsarchiv: April 2013

Hofer Alois

Geboren: 20. Juni 1899 in Wöbling/Graz, Steiermark
Gestorben: geköpft am 24. Oktober 1940 in Brandenburg-Görden wegen Wehrdienstverweigerung
Heiratete am 11.5.1940 Frieda … und hatte 2 Töchter

Zuletzt wohnte er in 8042 Graz, St. Peter Hauptstraße

Mitte der 1920er Jahre kam Alois Hofer mit den Bibelforschern in Kontakt und schloss sich ihnen am 29. Juli 1927 an. Von Beruf war er Schuhmacher.

Alois Hofer schrieb in einem Brief, datiert mit 19.8.1940, dass er am 13. August 1940 um 1 Uhr Mittag in Berlin angekommen sei.

Von dort aus schrieb er einige Briefe an die Familie zu Hause. Sein letzter Brief ist vom 23.10.1940, dem Tag, vor seiner Hinrichtung. Nach seinem Tod erhielt seine Frau aus seinem Nachlass auch seinen Hut. Unter der Hutkrempe war sein Abschiedsbrief[…]

Obweger Hermine, verh. Liska

Geboren: 12. April 1930 in St. Walburgen/Görtschitztal, Kärnten, Österreich
Aufgewachsen in: St. Walburgen/Görtschitztal

Eltern: Johann und Elisabeth Obweger (geb. Peitler)

Geschwister: Johann, Josef, Michael, Franz

Lebt heute in der Nähe von Graz, Steiermark

Hermine Liska, geb. Obweger, wurde 1930 geboren und wuchs in St.Walburgen/ Görtschitztal (Kärnten) auf. Ihre Eltern besaßen einen großen Bauernhof und waren „Ernste Bibelforscher“ als Hermine zur Welt kam. Familie Obweger hatte 6 Kinder. Der erste Sohn starb bevor er 3 Jahre alt war, Johann wurde 1914 geboren, Josef 1920, Michael 1925, Franz 1926 und Hermine 1930.

Als Adolf Hitler in Österreich einmarschierte war sie noch nicht einmal 8 Jahre alt.  Die meisten Leute in der Gegend waren in Jubelstimmung.
Wegen der Verweigerung des Hilter-Grußes bekam Hermine bald Schwierigkeiten[…]

Scheiber Ernst

Geboren: 6. März 1924
Gestorben: 15. Oktober 1985 in Judenburg
Mutter: Katharina Scheiber, geb. 29. 4. 1905, gest. 25.9.1989

Ernst Scheiber kämpfte bereits als Soldat in Slowenien oder Kroatien, als ihm seine Mutter während eines Fronturlaubes im Jahre 1943 von ihrer neuen Religion – Bibelforscher – erzählte. Ernst Scheiber entschied sich zu desertieren und fand Unterschlupf am Bauernhof von Bibelforschern (vlg. Häuslbauer) im Feeberggraben bei Judenburg. Als sich die Gestapo dem Hof näherte, ließ Ernst Scheiber seine Uniformjacke auf einem Sessel in der Stube hängen und versteckte sich in einem Heuhaufen. Die Gestapo durchsuchte das ganze Haus. Obwohl sie mehrmals in den Heuhaufen hineinstachen, fanden sie Ernst nicht. Die Uniformjacke in der Stube schien niemand von ihnen zu bemerken. Als weitere Verstecke dienten[…]

Schwarz Johann

Geboren: 17. März 1905 in Prüfing 79, Gemeinde Krumegg, Steiermark
Gestorben: umgekommen, 18. November 1942 in Papenburg im Aschendorfer Moorgebiet
Wohnort: Feldbach?

1935 oder 1936 lernte Johann Schwarz einen Herrn Resch (Gemeinde Hirtenfeld) kennen. Dieser hatte Kontakt mit Bibelforschern in Amerika und brachte Literatur in die Steiermark. Sie schlossen sich den Bibelforschern an und erkannten, dass sie sich als Christen an kriegerischen Auseinandersetzungen nicht beteiligen dürfen. Johann Schwarz wurde aufgrund seiner Ablehnung zum Wehrdienst ins Gefängnis nach Graz gebracht. Sogar die Frau von Johann Schwarz (geb. Tieber am 8.10.1907, gest. 8.11.1975) kam wegen ihrer religiösen Überzeugung für mindestens ein Jahr ins Gefängnis.

Johann Schwarz wurde nach Deutschland überstellt. Er wurde am 5. April 1940 angeklagt. Das Urteil erging am 9.1.1941 und wurde am[…]

Heider Rupertus (Rupert)

Geboren: 16. September 1908 in Anger 71 bei Weiz, Steiermark
Gestorben: hingerichtet (geköpft) am 15. Juni 1940 in Berlin-Plötzensee
Vater: Heider Josef
Mutter: Heider Josefa, geb. Kothgasser
Geschwister: Johann Heider, geb. 27.4.1902, Franz Heider, geb. 26.9.1906

Vermerk auf der Geburtsurkunde: Aus der kath. Kirche ausgetreten lt. Anzeige des Pfarramtes Puch 19.12.1933. Wie er mit den Bibelforschern in Kontakt kam ist unbekannt. Als Rupertus Bibelforscher wurde, warf ihn sein Bruder aus dem Haus.

Rupertus Heider wurde wegen Eidesverweigerung zum Tode verurteilt. Am 13. Juni 1940 wurde er um 10 Uhr in das Zuchthaus eingeliefert und am 15. Juni 1940 hingerichtet.

Das Haus Anger 71 war ein Wohnhaus, in dem immer nur sehr arme Leute wohnten. Rupert wurde dort geboren, war aber nie in Anger gemeldet. Im Pfarramt[…]

Steinacher Gerhard

Geboren: 21. September 1920 in Wien
Gestorben: hingerichtet am 30. März 1940 in Berlin-Plötzensee
Eltern: Ignaz Steinacher, geb. 30. Juni 1891 in Wiener Neustadt, gest. 11. Dezember 1950
Mutter: Luise Steinacher, geb. Benda, 24. Juni 1895 in Strobnitz, Böhmen, gest. 1976
Bruder: Otto, geb. November 1918, starb am 22. Oktober 1937 an Nierenbeckenentzündung
Wohnhaft: 1120 Wien, Längenfeldgasse 68

Gerhard Steinacher wurde am 21. September 1920 in Wien geboren. Nach dem Besuch der Hauptschule im 6. Bezirk, Hirschengasse 18, begann er – lt. Mitgliedskarte der „Krankenkasse für kaufmännische Angestellte in Wien“ – vom 1. August 1935 bis zu seiner Verhaftung am 15. September 1939 eine kaufmännische Lehre als Kontorist und Lagerist bei der Firma Theodor Etti, 1100 Wien, Gudrunstraße 115.
In den 1930er-Jahren kam die Familie mit Bibelforschern, heute Zeugen[…]

Reiter Cäcilia

Geboren: 26. September 1891 in Wolfsberg bei Leibnitz, Steiermark, Österreich
Gestorben: im Jahr 1942 im KZ Auschwitz

Cäcilia Reiter lebte bei ihrer Mutter Theresia Reiter in Graz. Sie war Hilfsarbeiterin bei der Firma Reininghaus.

Ihr Bruder Franz war Soldat im 1. Weltkrieg. Er kämpfte in den „Isonzoschlachten“ an der italienischen Front. Dort wurde auch verheerendes Giftgas eingesetzt. Dieses Gas hatte Franz enorm zugesetzt. Verbittert, enttäuscht und schwer krank kam er nach Hause. Ihn quälten Fieberanfälle, Nervenschmerzen und Schlaflosigkeit – sein Leben war zerstört und er konnte nicht mehr an Gott glauben – daher wurde er Atheist. Er hatte keine Hoffnung mehr, dass sich die Zustände bessern würden.

Franz nahm sich am 7. April 1926 zusammen mit seiner Frau Regina das Leben und hinterließ[…]

Hart Rudolf

Foto 1: Rudolf Hart, Foto 2: v.l.n.r. Rudolf Hart, Wilhelmine Hack, Maria Hack, Friederike Hack, Herr Haring

Geboren am: 4. Jänner 1913 in Graz, Schönaugürtel 21, Österreich
letzter Wohnort: Graz, Triesterstraße 85
Beruf: Mechaniker
Stand: ledig
Vater: Josef Hart, geb. 28.6.1870 in Bairisch-Kölldorf, Hausdiener, gest. 7.1.1954
Mutter: Aloisia Hart, geb. 8.5.1887 in St. Egidi in Windischbühel, Marburg, Hilfsarbeiterin
Eheschließung am 4.4.1904 in Graz
Geschwister: Schwester Amanda

Am 5.4.1932 aus der kathloischen Kirche ausgetreten
Gestorben am: 24. September 1942 im KZ Sachsenhausen

Die leibliche Schwester von Rudolf Hart kam eines Tages mit dem Fahrrad aus Graz nach Voitsberg zu Familie Albrecht und berichtete, sie wurde von der NS unter Druck gesetzt, ihren Bruder nach Graz zur Musterung zu bringen. Beim Abschied sagte er: “Nun, ich kann mich ja nicht immer verstecken,[…]

Pöltl Josefine

Geboren: 7. März 1887 am Semmering, Steiermark, Österreich
Gestorben: 8. April 1954
Verheiratet mit Josef, geb. 8.7.1886 in Hartberg, gest. 21.9.1943 in Leoben
Kinder: Josef, geb. 1917, Ernst, geb. 29.2.1920, Charlotte, geb. 17.3.1921

Familie Pöltl bekam von Kriegsbeginn an regelmäßig Besuch von einem Bibelforscher aus der Tschechei. Er brachte ihnen biblische Literatur, die Familie Pöltl vervielfältigte und verbreitete. Alle waren sich bewusst, dass sie dadurch in großer Gefahr waren eines Tages von der Gestapo gefasst zu werden.

Am 28. Jänner 1940 hatte Familie Pöltl wieder einmal Besuch dieses tschechischen Bibelforschers. Die Literatur hatte er in einem Koffer mitgebracht, den er am Bahnhof eingesperrt hatte. Den Aufgabeschein hatte er in seinen Kleidertaschen. An diesem Abend erschien die Gestapo und durchsuchte die Wohnung. Sie wollten auch[…]

Pöltl Josef

Geboren: 8. Juli 1886 in Hartberg, Steiermark, Österreich
Gestorben: 21. September 1943 in Leoben
Verheiratet mit Josefine, geb. 7.3.1887 am Semmering, gest. 8.4.1954 in Leoben
Kinder: Josef, geb. 1917, Ernst, geb. 29.2.1920, Charlotte, geb. 17.3.1921

Familie Pöltl bekam von Kriegsbeginn an regelmäßig Besuch von einem Bibelforscher aus der Tschechai. Er brachte ihnen biblische Literatur, die sie vervielfältigten und verbreiteten. Josef Pöltl war sich bewusst, dass er dadurch in großer Gefahr war eines Tages von der Gestapo gefasst zu werden.

Am 28. Jänner 1940 hatte Familie Pöltl wieder einmal Besuch dieses tschechischen Bibelforschers. Die Literatur hatte er in einem Koffer mitgebracht, den er am Bahnhof eingesperrt hatte. Den Aufgabeschein hatte er in seinen Kleidertaschen. An diesem Abend erschien die Gestapo und durchsuchte die Wohnung. Sie[…]