Monatsarchiv: Januar 2015

Stecher Karl

Geboren: 1909
Geschwister: 4 Brüder (Willi, Sepp), 2 Schwestern
verheiratet mit: Luise, geb. Kröpel
Kinder: 3 Buben, 2 Mädchen
letzter Wohnort: Admont, Steiermark, Österreich
Gestorben: für tot erklärt, zu Kriegsende als vermisst gemeldet

Karl Stecher dürfte in Verbindung mit seiner Heirat mit Luise Kröpel in Kontakt mit Zeugen Jehovas gekommen sein. Wahrscheinlich wurde er erst kurz vor dem Krieg selbst ein Zeuge Jehovas.

1939 wurde in Admont eine Baracke für die Gebirgsjäger gebaut. Karl Stecher musste ebenfalls helfen. Als man ihm jedoch eine Waffe in die Hand drückte, verweigerte er den Dienst mit derselben. Er wurde verhaftet und in Berlin zum Tode verurteilt.

Seine Frau Luise litt sehr darunter und suchte Hilfe bei einem gewissen Herrn Schuhmann von Admont. Dieser reiste mit ihr nach Berlin und bewirkte[…]

Rosenkranz Franz sen.

Geboren: am 30. November 1903, in Oberwölz/Judenburg, Steiermark, Österreich
zuletzt wohnhaft: Leoben, Steiermark
Eltern: Michael und Rosa Rosenkranz
Geschwister: Josefa und Theresia
Verheiratet: mit Katharina, geb. Hoppel, geb. 22. April 1909 in Turnau, Bez. Bruck/Mur

Kinder: Rosina geb. 1929, Franz jun. geb. 1931, Stefanie geb. 1932, Anni und Roswitha
Beruf: Zimmermannpolier
Gestorben: am 3. Mai 1984

Franz Rosenkranz lernt Jehovas Zeugen 1935 durch einen ortsansässigen Zeugen kennen. Er weigert sich, seiner Überzeugung gemäß bei der Wahl zur Abstimmung des Anschlusses Österreichs an Deutschland mitzustimmen. Daraufhin wird er fon der Gestapo gedrängt und als er sich immer noch weigert, wird seinem Arbeitgeber nahegelegt, ihn zu kündigen.
Da er damals bereits eine Familie mit 4 Kindern hat, war er in einer schwierigen Situation. Bei einem anderen Zimmermannmeister bekam er wieder[…]

Sauseng Rupert

Geboren: am 16. Jänner 1896 in Eisenerz, Steiermark, Österreich
Gestorben: am 15. Dezember 1939 hingerichtet in Berlin-Plötzensee
Verheiratet: mit
Kinder: Sohn Hansi
Wohnhaft: Eisenerz, Österreich
Verhaftung: 31. August 1939

Rupert Sauseng wurde am 13. 8.1939 verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Am 21. November 1939 zum Tode verurteilt und am 15. Dezember 1939 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Abschiedsbrief vom 15. Dezember 1939 aus Berlin-Plötzensee
Meine liebste Hani und Hansi i.H.
Vor allem sei herzlich gegrüßt u. gek. samt Hansi in treuer Bruderliebe i.H. dein Pertl u. Vater. Der Segen und Gnade und Kraft Euch meine Liebsten i.H. Habe deine 1. Karte vom 20. Nov.mit viel Freude und Dank erhalten, viel Freude und Dank für die Zeilen der Hansi!!! Freu mich i.H. daß Ihr gesund und freudig und stark im Glauben[…]

Pascutti Franz Johann

Geboren: am 16. Dezember 1911 in St. Margareten bei Knittelfeld, Steiermark, Österreich
Vater: Pascutti Heinrich
Mutter: Maria, geb. Pfandelsteiner, Bibelforscherin
Verlobt mit Aloisia Stuhlpfarrer aus Pöls

Verhaftung: 1944 Franz Josefs-Kaserne in Graz
Gestorben: hingerichtet am 19. Juni 1944, Haftanstalt Halle (Saale)
 

Franz Johann Pascutti wurde am 16. Dezember 1911 in St. Margareten bei Knittelfeld geboren und war von Beruf Holzmeister in St. Peter ob Judenburg und mit Aloisia Stuhlpfarrer verlobt. Da sie nicht wussten, was die NS-Zeit mit sich bringen würde,  verschoben sie ihre Hochzeit.

Anmerkung auf dem Geburtsschein: Am 18.4.1936 aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten u. konfessionslos geworden.

Franz Pascutti arbeitete als Holzknecht in St. Peter ob Judenburg. Sein Dienstgeber versucht ihn als unabkämmlich vor dem Einrücken zu bewahren, da er weiß, dass Franz als Bibelforscher[…]

Moser Johann

Geboren: am 9. Oktober 1878
Gestorben: am 9. Oktober 1958
Wohnort: Altmünster, Oberösterreich, Österreich

Johann Moser war als Zeuge Jehovas zuerst im Gefängnis in Linz, kam dann in das KZ Dachau und anschließend in das KZ Buchenwald.
Häftlingsnummer in Buchenwald 7172 im Block 50
vom 19.4.1942

Es existieren Briefe zwischen ihm und seiner Tochter Maria.

Peny Franz

Geboren: am 24. Jänner 1893 in Schörgendorf, Bez. Bruck/Mur, Steiermark, Österreich
Wohnort: Eisenerz-Seegraben 183, Friedawerk/Vordernberg
Kirchenaustritt: 19.01.1927 (röm.-kath.)
Beruf: Bergarbeiter
Verheiratet mit: Josefa (oder Josefine), geb. Engleitner, geb. 24. Dezember 1897 in Glashütte
Kinder: Leopoldine, geb. 18. Oktober 1927 und Franz, geb. 13. September 1929 in Brengraben/Leoben
Gestorben: am 05. Jänner 1945 im KZ Flossenbürg

Haftorte: Leoben, Rodgau-Dieburg, Dachau, Flossenbürg (April 1940 bis Jänner 1945)

 

Franz Peny wurde am 24. Jänner 1893 in Schörgendorf, Bezirk Bruck/Mur, geboren. Von Beruf war er Bergarbeiter. Am 19. Jänner 1927 trat er aus der katholischen Kirche aus. Er heiratete Josefine (oder Josefa) Engleitner und sie bekamen 2 Kinder.
Franz und Josefine lebten mit ihrer Tochter Leopoldine und dem jüngeren Sohn Franz in einem sogenannten “Sparherdzimmer“ in Eisenerz. Wie sie mit den Bibelforschern[…]

Voll Anna Maria

aus Wien
leibliche Schwester von Magdalena Voll

 

Anna Maria Voll wird in einem Zeitungsartikel des “Völkischer Beobachter”, vom Freitag, dem 21. März 1941, Seite 4, erwähnt:

“Leben und Gut des deutschen Volkes gefährdet
Todesstrafe für einen “Bibelforscher” – Dresden 20. März

 
Das Sondergericht Dresden verurteilte … Ludwig Cyranek, … wegen Zersetzung der Wehrkraft in Tateinheit mit Teilnahme an einer wehrfeindlichen Verbindung und Zuwiderhandlung gegen as Verbot der Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.
Weiter wurden wegen der gleichen Verbrechen verurteilt …….
Anna Maria Voll aus Wien zu vier Jahren Zuchthaus und vier Jahren Ehrverlust ……….

Das Urteil sühnt die Verbrechen der Angeklagten, die als frühere Angehörige der in Deutschland seit langem verbotenen Internationalen Vereinigung ernster Bibelforscher erst neuerdings versucht[…]

Peny Josefa (oder Josefine), geb. Engleitner

Geboren: am 24. Dezember 1897 in Glashütte, Bezirk Türnitz, Niederösterreich, Österreich
Verheiratet mit Franz Peny, geb. 24. Jänner 1893 in Schörgendorf, Bez. Bruck/Mur, Steiermark, Österreich
Kirchenaustritt: 22.01.1927 (röm.-kath.)
Haftorte: Leoben (etwa Juni 1940), München Stadelheim (6.7.1940 – 7.3.1941)
Gestorben: am ?

Kinder: Leopoldine, geb. 18. Oktober 1927 und Franz, geb. 13. September 1929 in Brengraben/Leoben

 

Josefa (oder Josefine) Engleitner wurde am 24. Dezember 1897 in Glashütte geboren. Sie heiratet den Bergarbeiter Franz Peny und bekam zwei Kinder. Im Jänner 1927 trat sie aus der katholischen Kirche aus.

Franz und Josefine lebten mit ihrer Tochter Leopoldine und dem jüngeren Sohn Franz in einem sogenannten “Sparherdzimmer“ in Eisenerz. Wie sie mit den Bibelforschern in Kontakt kamen, ist nicht bekannt.
Eines Abends wurden ihre Fenster eingeworfen und von draußen ertönte[…]

Eder Valentin

Geboren: am 27. Dezember 1909
Eltern: Alois und Josefa Eder
Geschwister: Josefa, Herta, Aloisia
Gestorben: am 25. März 1986

Valentin Eder wurde am 27. Dezember 1909 geboren und war unheilbar krank. Er hatte die „englische Krankheit“, die volkstümliche Bezeichnung für Rachitis. Valentin Eder blieb dadurch kleinwüchsig und wurde infolgedessen auch oft verspottet.
In den 1920er Jahren zog die Familie Eder von Viechtwang in die Ramsau bei Molln und mietete eine sehr bescheidene Wohnung in einem Nebengebäude der Familie Unterbrunner. Aufgrund des Platzmangels schlief Josefa bei ihren Eltern im Bett und Valentin verbrauchte die Nacht in einer größeren Kiste, die zu einem Bett umfunktioniert worden war. Da unter der Wohnung ein Bach durchfloss, war das Zimmer stets feucht und kalt.

Am 21. Februar 1937 wird der[…]

Unterbrunner Franz

Geboren: am 12. November 1886 in Molln
War verheiratet mit Franziska, geb. Priestner
Vier Kinder (Eine Tochter)
Gestorben: 19. Jänner 1940, laut Nachricht an seine Frau starb er an Gehirnschlag; laut Aussage vom Mithäftling Valentin Eder, war Franz Unterbrunner verhungert

Franz Unterbrunner zog in jungen Jahren von zu Hause weg und lernte das Handwerk des Rauchfangkehrers. Schließlich übernahm er das Gewerbe seines Chefs. Einige Zeit später kaufte er sein Elternhaus zurück und die Familie übersiedelte in die Ramsau.

Das Wohnhaus der Familie Unterbrunner entwickelte sich bald zum Zentrum der neuen Glaubensgemeinschaft.
Franz Unterbrunner wurde zum Zunftmeister ernannt und engagierte sich auch in politischer Hinsicht als überzeugter Sozialist. Die Familie Unterbrunner wird von den ehemaligen Nachbarn als äußerst gastfreundlich und hilfsbereit beschrieben.

Wie wenig Mitleid das Regime[…]