Monatsarchiv: Mai 2015

Berger Julius

Geboren: am 25. Jänner 1889 in Pirawarth, Weinviertel, Niederösterreich, Österreich
Wohnhaft: Wien 6, Gumpendorfer Straße 103/3/20
Letzter Wohnort: Wien 2, Große Sperlgasse 38/14
Beruf: Goldschmied
Taufe als Zeuge Jehovas: möglicherweise 1934
Verstorben: 27. April 1940 im KZ Sachsenhausen

Familie: Geschieden, Name der Frau nicht bekannt.

Julius Berger war als Goldschmied tätig. Am 24. November 1934 erscheint sein Austritt aus der jüdischen Gemeinde auf der Austrittsliste. Er gab sich als Zeuge Jehovas zu erkennen und führte Taufen in seiner Wohnung durch. Die Zeugen Jehovas Karl Paukner und Karl August Haas gehörten zu seinem Freundeskreis.
Am 25. Oktober 1939 wurde er im Wiener Polizeigefängnis inhaftiert, da er als Zeuge Jehovas aktiv war. Am 10. Februar 1940 kam er ins KZ Sachsenhausen (Block 36, Haftnummer 10471), wo sein Leben bereits[…]

Kosch Johanna

Geboren: am 11. Dezember 1883 in Föhlwies/Mähren
Wohnhaft: Mollardgasse 83/8, 1060 Wien
Beruf: Hilfsarbeiterin
Rehabilitierung: 26.4.1948

Sohn: Ferdinand Kosch wurde am 13. März 1940 wegen Wehrdienstverweigerung in Berlin-Plötzensee im Alter von 28 Jahren hingerichtet.

Aus einer Arbeiterfamilie stammend war sie als Hausgehilfin und Hilfsarbeiterin tätig. 1927 lernte sie durch die Arbeitskollegin Anna Lang Jehovas Zeugen (damals auch als Bibelforscher bezeichnet) kennen. Sie wurde getauft, besuchte Vortragsveranstaltungen und begann sich an der Missionstätigkeit zu beteiligen.

 

Im Herbst 1939 nahm sie eine befreundete Zeugin Jehovas, Mathilde Mudrich, bei sich in Untermiete auf. Am 13. März 1940 wurde ihr Sohn Ferdinand wegen Kriegsdienstverweigerung erschossen. Kurze Zeit später wurde Johanna inhaftiert und vor einem Sondergericht erstmals angeklagt, aber mangels Beweisen freigesprochen und am 19. Februar[…]

Kosch Ferdinand

Geboren: am 6. Jänner 1912 in Wien
Gestorben: hingerichtet am 13. März 1940 in Berlin-Plötzensee wegen Wehrdienstverweigerung
wohnhaft: Mollardgasse 83/3, 1060 Wien
Vater: Ferdinand Buchtela
Mutter: Johanna Kosch (Zeugin Jehovas)

Ferdinand Kosch lernte durch seine Mutter Johanna Kosch (Lebensbericht: Kosch Johanna) die Bibel kennen. Bis 1939 nahm er, gemeinsam mit dem Zeugen Jehovas Karl Paukner, an Treffen zum Bibelstudium in der Wohnung seiner Mutter teil. Dadurch wurden seine Überzeugung und sein Glaube an ein gewaltfreies Christentum gestärkt.

Am 20. Februar 1940 wurde Ferdinand Kosch wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode verurteilt. Am 13. März 1940 kam es zur Vollstreckung in Berlin-Plötzensee.

Seine Mutter wurde vom Todesurteil schriftlich vom Oberreichskriegsanwalt in Berlin-Charlottenburg informiert:
„Der Angeklagte wird wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode, zum Verlust[…]

Mudrich Mathilde

Geboren: am 28. Februar 1896 in Lauterbach (Sudetenland)
Wohnhaft: Mollardgasse 83/8, 1060 Wien
Beruf: Kinderpflegerin, Hausgehilfin
Gestorben: am 16. Jänner 1945 im KZ Ravensbrück „als Mathilde Undrich“
Rehabilitierung: 26. April 1948

Familie: Schwester, Maria Mudrich

Im Jahre 1933 wurde Mathilde Mudrich durch Plakate auf die Bibelforscher aufmerksam. Sie begann Vorträge zu besuchen. 1934 trat sie aus der katholischen Kirche aus und wurde als Zeugin Jehovas 1935 getauft. Sie nahm an Bibelbesprechungen in der Wohnung von Johanna Kosch teil, bei der sie ab 1939 in Untermiete wohnte.

Gemeinsam versorgten sie eine Gefängnisinsassin namens Ferdinanda Kraupa, die ebenfalls eine Zeugin Jehovas war, mit Lebensmittelpaketen, die Bäckerei und Obst enthielten. Dies führte zur Verhaftung am 3. März 1943.
Gemeinsam mit Johanna Kosch wurde sie am 20. April 1943 von einem[…]

Steininger Rudolf

Geboren: am 9. April 1894 in Marbach am Feld
Gestorben: am 15.12.1939 in Berlin-Plötzensee hingerichtet
Wohnhaft in Wien 5, Margaretenstr. 134/1.Stg/3. Stock/17a
Verheiratet mit Barbara

Verhaftet am 4.9.1939 in Wien wegen Verweigerung des Militärdienstes.

Verurteilt vom Reichskriegsgericht am 15.11.1939.

Am 15.12.1939 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Berlin Plötzensee, 14. Dezember 1939
Königsdamm 7

Im Anfang viele Grüße, bin noch gesund, was ich auch von Dir hoffe, liebe Wetti! Bleib recht gesund und vergiß nicht auf unseren Gott Jehova.

Du weißt, daß wir alles Gott überlassen haben, liebe Wetti. Sei gefaßt und bleib auch stark im Herzen und vertraue auf Ihn, er wird Dir immer helfen. Du weißt Wetti, wenn ich nicht treu bleibe, würde ich alles verlieren, ich hätte nie mehr Gelegenheit zum Leben. Auf Grund meiner Erkenntnis kann ich nicht[…]

Kuglitsch Vinzenz

Geboren: am 15. Jänner 1908 in Dellach/Gailtal, Kärnten, Österreich
Verstorben: am 12. April 1991
Heirat: am 17. Oktober 1942 mit Maria Rauscher
Kinder: Franz, geb. 1936, Otto, geb. 1946

Eltern: Vater: Lorenz Kuglitsch, Holzarbeiter, katholisch
Mutter: Katharina Kuglitsch, katholisch
Geschwister: 1 Schwester, 4 Brüder

Zum ersten Mal kam Vinzenz Kuglitsch im Gailtal mit Bibelforschern in Kontakt und zwar durch seinen Arbeitskollegen Franz Arbeiter, einem eifrigen Bibelforscher.
Vinzenz Kuglitsch trat bereits im Gailtal, wo er bis zum Jahre 1939 lebte, aus der Kirche aus. Am 19. Juli 1943 ließ er sich gemeinsam mit seiner Frau Maria als Zeuge Jehovas taufen.

Aufgrund mehrerer Arbeitsunfälle wurde Vinzenz Kuglitsch für den Krieg als untauglich erklärt. Er war damals als Holzknecht und Fabriksarbeiter beschäftigt. Gegen Kriegsende wurden jedoch auch Ältere und „Untaugliche“ einberufen.[…]