Monatsarchiv: August 2015

Kneißl Hildegard und Kinder

Geboren am: geb. 15.09.1903 in Groß-Veitsch, Steiermark, Österreich
Verheiratet: mit Alois Kneißl, geb. 18. Juni 1906 in Eisenerz
Kinder: Hildegard bringt ihren Sohn Rudolph, geb. 08.04.1931 mit in die Ehe
Gerlinde, geb. 1934, Leopold, geb. 1937, Hildegard, geb. 1939
Verstorben am:

Am 20.09.1940 wird Alois Kneißl (Lebensbericht) zu einer zweieinhalbjährigen Zuchthausstrafe zum Schutze der Wehrkraft verurteilt. Diese verbüßte er zunächst in Leoben. Am Ende dieser Haftzeit kommt er nicht etwa heim, sondern es folgt eine weitere Verhandlung und nochmalige Verurteilung. Alois Kneißl kommt in verschiedene Haftanstalten in Deutschland, unter anderem auch nach Auschwitz.
Am 04.05.1944 wird Alois wieder in die Männerstrafanstalt Graz Karlau überstellt.

Hildegard Kneißl versucht sich und die vier Kinder, neun, sechs, drei Jahre und das ein jährige Baby, alleine[…]

Reininger Friedrich

Geboren am: 24. August 1914 in St. Peter-Freienstein, Bezirk Leoben, Steiermark, Österreich
Wohnhaft: Leoben
Gestorben: 26. August 1942 Orleans/Frankreich

Fritz Reininger gehörte zu der Gruppe der Zeugen Jehovas in Leoben. Über seine Familie und sein Leben ist wenig bekannt.
Nur Maria Wernhart, geboren 1893, aus Donawitz schrieb über ihn: „Reininger Fritz war 1942 wegen Kriegsdienstverweigerung in Leoben verhaftet worden. Bekam dann Briefe von ihm aus München. Es ginge ihm sehr schlecht. Er bat um etwas zu essen, vielleicht gekochte Kartoffeln, da Brot sicherlich bei mir auch sehr knapp wäre. So schickte ich ihm regelmäßig etwas zu essen. Dann kam ein Brief aus Paris, dass er zum Tode durch Erschießen verurteilt war. Dann ein letzter Kartengruß August 1942 mit den Worten Lebe Wohl.“
Er[…]

Almer Eduard

Geboren am: 18. Juni 1911 in Tollinggraben/St. Peter-Freienstein, Bezirk Leoben, Steiermark, Österreich
Wohnhaft: Leoben
Gestorben: 16. Juli 1941 in Dionyssos-Rapedoza/Griechenland

Über seine Familie und sein Leben ist wenig bekannt.

Er wurde am 26.9.1940 vom Reichskriegsgericht Berlin als „Bibelforscher“ zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Offensichtlich kam er dann in eine militärische Strafeinheit.
Er starb am 16.7.1941 im Lazarett Athen an den Folgen einer Verwundung. Sein Grab befindet sich in der Kriegsgräberstätte Fort-de-Malmaison, Block 4, Reihe 33, Grab 1287

Quellen:
Militärarchiv Prag
Kriegsgräberfürsorge Kassel

Haiden Richard

Geboren am: 10. April 1898 in Leoben, Steiermark, Österreich
Wohnhaft: Eisenerz, Trofenggasse 6
Beruf: Bergarbeiter
Familie: verheiratet mit Maria, keine Kinder
Gestorben: 7.12.1939 Berlin-Plötzensee enthauptet

Über seine Familie und sein Leben ist wenig bekannt. Er war mit Maria verheiratet, hatte aber keine Kinder. Er war Bergarbeiter.
Richard Haiden wurde am 31.8.1939 zusammen mit seinem Arbeitskollegen und Glaubensbruder Rupert Sauseng wegen Wehrdienstverweigerung in Eisenerz verhaftet, nach Wien überstellt und von dort nach Berlin gebracht.

Richard Haiden wurde am 16.11.1939 vom Reichskriegsgericht Berlin wegen Wehrdienstverweigerung zum Tode verurteilt. Am 5. Dezember 1939 wurde er nach Berlin-Plötzensee überstellt und am 7.12.1939  mit 41 Jahren geköpft.

Quellen:
Militärarchiv Prag

 

Reiter Franz

(Vulgo: Franzl Pinzger)
Geboren am: 28. April 1903 in Munderfing, Bezirk Braunau, Oberösterreich, Österreich
Zuletzt Wohnhaft: Salzburg, Auerspergstraße 48
Beruf: Spengler, Schankbursche
Eltern: Anna und Josef Reiter
Geschwister: Resi und Ferdinand
Gestorben am: hingerichtet 6. Jänner 1940 in Berlin-Plötzensee

Die Eltern, Anna und Josef Reiter, bewirtschafteten in Bradirn 24, Munderfing/Bezirk Braunau eine kleine Landwirtschaft, wo Franz Reiter am 28. 4. 1903 geboren wurde. Seine Schwester hieß Resi, sein Bruder Ferdinand. 1917 verkaufte der Vater sein Anwesen und die Familie zog nach Schalchen um. Dort kaufte sein Vater das bäuerliche Anwesen, Hausname Pinzger, in Auffang 79 (ab 1948 Auffang 17).
Franz war sehr musikalisch. Er konnte gut Zither spielen und stellte sogar selbst ein Harmonium her. Seine nächsten Verwandten beschreiben ihn als sehr bescheidenen, demütigen Menschen.
Er lernte beim[…]

Sibetschnig Franz

Geboren am: 7. Jänner 1918 in Bielefeld, Deutschland
Wohnhaft: Leoben, Armenhaus
Beruf: Straßenkehrer, Hilfsarbeiter
Gestorben am: 5. Oktober 1939 im KZ Mauthausen

Franz Sibetschnig hatte eine schwere Gehbehinderung, entweder durch einen Klumpfuß oder aufgrund von Kinderlähmung.
Wann und wie Franz mit den Bibelforschern in Kontakt kam, ist nicht bekannt. Bis zu seiner Verhaftung beteiligte sich Franz Sibetschnig am öffentlichen Predigtwerk der Zeugen Jehovas.Er verteilte dabei zum Beispiel vor dem Werk der Alpine Donawitz Tranktate mit einer biblischen Botschaft.
Aufgrund seiner Gehbehinderung gehörte Franz Siebetschnig zu den sozial Schwächeren. Er verdiente sein Brot als Straßenkehrer und wohnte im Armenhaus.
Eines Morgensim März 10939 wurde er im Armenhaus verhaftet und nach Augenzeugenberichten mit anderen Gefangenen in einem LKW abgeführt. Rosa Gruber war dabei Augenzeugin.

Am 18. März 1939[…]

Rutter Maximilian

Geboren am: 30. Jänner 1897 in Limberg/Feldkirchen, Kärnten, Österreich
Wohnhaft: ab der Zwischenkriegszeit in Leoben, Schießstattstraße
Beruf: Maurer und Zimmerer
Geschwister: 1 Schwester, 3 Brüder; Leonhard (jüngster Bruder, ebenfalls ein Zeuge Jehovas)
Verheiratet mit: Johanna Maier
Kinder: Tochter Rudolfine
Hingerichtet: 17. 10. 1940 in Brandenburg-Görden

Maximilian Rutter wuchs als ältester Sohn einer Bauersfamilie in Feldkirchen (Kärnten) auf. Er hatte eine Schwester und drei Brüder. Maximilian erlernte den Beruf des Maurers und Zimmerers. Im Ersten Weltkrieg kam er als Jugendlicher an die Front in Italien, wo er ständig die Angst verspürte, vielleicht einen seiner weitschichtigen Verwandten aus Italien zu erschießen. Ausgelöst durch diese Angst und verstärkt durch die grauenhaften Erlebnisse im Krieg, versprach sich Maximilian selbst, nie mehr in den Krieg zu ziehen.[…]

Reininger Friedrich

Geboren am: 24. August 1914 in St. Peter-Freienstein, Bezirk Leoben, Steiermark, Österreich
Wohnhaft: Leoben
Gestorben: 26. August 1942 auf der Flucht bei Orleans/Frankreich erschossen

Friedrich Reininger gehörte zu der Gruppe der Zeugen Jehovas in Leoben. Über seine Familie und sein Leben ist wenig bekannt. Friedrich Reininger wurde das erste Mal 1942 in Leoben wegen Kriegsdienstverweigerung aus religiösen Gründen verhaftet. Von München sandte er Briefe an Frau Maria Wernhart, Pestalozzistraße 45, 8700 Leoben. Es ginge ihm sehr schlecht. Er bat um etwas zu essen, vielleicht gekochte Kartoffeln, da Brot sicherlich bei mir auch sehr knapp wäre. So schickte ich ihm regelmäßig etwas zu essen. Dann kam ein Brief aus Paris, dass er zum Tode durch Erschießen verurteilt war.

Später erhielt sie einen[…]

Kneißl Alois

Geboren am: 18. Juni 1906 in Eisenerz, Steiermark, Österreich
Verheiratet ab 1934: mit Hildegard Scheikl, geb. 15.09.1903 in Groß-Veitsch
Kinder: Hildegard bringt ihren Sohn Rudolph, geb. 08.04.1931 mit in die Ehe
Gerlinde, geb. 1934, Leopold, geb. 1937, Hildegard, geb. 1939
Verstorben am: 19. Februar 1945, angeblich bei einem Bombenangriff

Am 20.09.1940 wird Alois Kneißl zu einer zweieinhalbjährigen Zuchthausstrafe zum Schutze der Wehrkraft verurteilt. Diese verbüßte er zunächst in Leoben.
Am Ende dieser Haftzeit kommt er nicht etwa heim, sondern es folgt eine weitere Verhandlung und nochmalige Verurteilung. Alois Kneißl kommt in verschiedene Haftanstalten in Deutschland, unter anderem auch nach Auschwitz.

Am 04.05.1944 wird er wieder in die Männerstrafanstalt Graz Karlau überstellt.
Inzwischen versucht seine Frau Hildegard (Lebensbericht) in der „Freiheit” sich[…]

Markisch Marie, geb. Lorper/Lorber

Geboren: 1894 in Gerten, Tschechien
Verstorben: 15. März 1975 in Wien
Wohnhaft: Baumgasse 37/5/13, Wien 6
Beruf: Hausfrau
Verheiratet mit: Ferdinand
Kinder: Anna, geb. 1927 (Lebensbericht Anna)

Marie, geb. 1894, heiratet 1926 Ferdinand Markisch, 1927 kommt Tochter Anna zur Welt. Sie kommt im Jahr 1934, nachdem sie sich zuerst mit den Adventisten beschäftigte, erstmals mit den Lehren der Zeugen Jehovas in Kontakt und lässt sich 1935 taufen. Anna wird durch ihre Mutter nach deren religiösen Vorstellungen erzogen.
Marie wird am 10.2.1941 zusammen mit ihrer Tochter Anna in Wien verhaftet

Im Gestapobericht vom 10.-11. 2. 1941 wird über den Verhaftungsgrund Folgendes ausgesagt:
„Marie Markisch wurde wegen Betätigung für die IBV festgenommen und dem Polizeigefangenenhaus überstellt. Die Genannte hat ihre 14jährige Tochter im Sinne[…]