Opferberichte

Schicksale kennenlernen

… die nicht nur berühren oder erschüttern, sondern auch trösten und ermutigen

Nutzen Sie diese Möglichkeit und vertiefen Sie sich in unsere ständig aktualisierten Berichte österreichischer Opfer der NS-Zeit

Aktualisierte Opferberichte

Mittendorfer Franz

geboren am: 10. September 1903 in St. Georgen bei Vöcklabruck, Oberösterreich, Österreich
verheiratet mit: Theresia, geb. Höfner
Beruf: Maurer
wohnhaft: Salzburg, Landstraße 15
gestorben: am 6. Jänner 1940 in Berlin-Plötzensee hingerichtet

Franz wurde am 10. September 1903 in St. Georgen bei Vöcklabruck geboren. Er war von Beruf Maurer und verheiratet mit Theresia, geborene Höfner. Das Ehepaar wohnte in Salzburg, Landstraße 15 in einem Einfamilienhaus, das Theresia gehörte. In ihrem Haus wohnte auch die vierköpfige Familie Wegscheider. Beide Familien wurden Zeugen Jehovas.

Er wurde bereits am 26.11. 1935 zusammen mit dem Glaubensbruder Matthias Nobis (er wurde am 26.1.1940 ebenfalls wegen Wehrdienstverweigerung hingerichtet) wegen der Verbreitung von religiöser Literatur der ZJ von einem Schöffengericht in Salzburg zu 3 Monaten strengen Arrest verurteilt.

Der 36-jährige […]

Herzog Gottfried

geboren am: 20. Oktober 1899 in Straßwalchen, Salzburg, Österreich
Vater: Jakob Herzog
Mutter: Theresia Herzog, geb. Brudl
Verheiratet mit: Josefa Girbl, am 1.12.1930
Kinder: Tochter Hermine 25.7.1933
Letzter Wohnort: Thalheim 200, Straßwalchen
gestorben am: 6. Jänner 1940 in Berlin-Plötzensee hingerichtet

Gottfried Herzog wurde als Sohn des Jakobs und der Theresia Herzog, geb. Brudl am 20. 10. 1899 in Straßwalchen geboren. Er wurde so wie sein Vater Schneidermeister.
Er heiratete am 1.12.1930 Josefa Girbl und war schließlich in Thalheim 200, Straßwalchen wohnhaft. Am 25.7.1933 wurde Tochter Hermine geboren.
Nach Angaben der Tochter Hermine begann er sich Anfang der 30er-Jahre mit den Glaubensansichten der Zeugen Jehovas zu beschäftigt.

Verhaftung – Verurteilung – Hinrichtung

Am 14. 1. 1939 wurde Gottfried Herzog vor den Augen seiner Tochter, da er aufgrund seiner religiösen Überzeugung […]

Hochegger Judith

geboren am: 18. Mai 1898 in Eisenerz, Steiermark, Österreich
wohnhaft in: Zell/Waidhofen/Ybbs, Niederösterreich
gestorben: unbekannt
Taufe als Zeugin Jehovas 1938

Gefängnis-/KZ-Aufenthalte:
12.6.bis 14.12.1940 U-Haft in St. Pölten oder Wien
14.12.1940 Urteil in St. Pölten: 2,5 Jahre Zuchthaus
bis 2.3.1943 Zuchthaus Aichach
2.3.1943 bis 1945 KZ Ravensbrück

Judith hatte regelmäßigen Kontakt mit dem Ehepaar Anna und Stefan Piringer aus Waidhofen, die von ihr 1939 auch getauft wurden. Die Familie Piringer hatte 6 Kinder, die ihnen weggenommen wurden, da sie im Sinne der religiösen Vorstellungen der Zeugen Jehovas erzogen wurden.
Im April 1940 schrieb Judith im Namen des Ehepaares Piringer einen Brief an die Pflegeeltern des kleinen Franz Piringer, in dem sie sich nach dem Befinden ihres Kindes erkundigten und ihn zurückforderten. Dieser Brief wurde von den Empfängern der Polizei übergeben. […]

Piringer Anna geb. Graf

geboren am: 19. Juli 1896 in Landl, Steiermark
verheiratet mit: Stefan Piringer, Hilfsarbeiter
Kinder: 6 gemeinsame Kinder, Stefanie, Maria, Anni, Josef, Leopold, Franz
Zeugin Jehovas ab 1939
verstorben am: 28. Februar 1944 im KZ Ravensbrück

Gefängnis-/KZ-Aufenthalte:
12.6.1940 Verhaftung und Einlieferung ins Landesgericht St. Pölten
3.11.1940 Verurteilung zu 18 Monaten Zuchthaus
bis 22.11.1941 Zuchthaus Aichbach, Rücküberstellung Gestapo Wien
11.4.1942 bis 28.2.1944 KZ Ravensbrück, Häftlingsnummer 10476 und dort am 28.2.1944 verstorben

Anna und Stefan (Lebensbericht Stefan) heirateten 1927 und wohnten in Zell/Waidhofen a. der Ybbs, Hauptplatz 18. Sie beschäftigten sich seit 1929 mit den Lehren der Bibelforscher und 1933 traten sie aus der r. k. Kirche aus. Im Jahr 1938 lernten sie die Zeugin Jehovas Judith Hochegger kennen, die ebenfalls in Zell wohnte.
Judith […]

Piringer Stefan

geboren am: 4. Dezember 1892 in St. Leonhard a. Walde (Waidhofen an der Ybbs) Niederösterreich
Beruf: Hilfsarbeiter
Verheiratet mit: Anna geb. Graf
Kinder: 6 gemeinsame Kinder (Stefanie, Maria, Anni, Josef, Leopold, Franz)
3 voreheliche Kinder
Verstorben am: 3. April 1942 im Konzentrationslager Dachau
Zeuge Jehovas ab 1939

Gefängnis/KZ-Aufenthalte:
12.6.1940 Verhaftung und Einlieferung ins Landesgericht St. Pölten
3.11.1940 Verurteilung zu 18 Monaten Zuchthaus
15.3.-3.4.1942 KZ Dachau, am 3.April 1942 dort verstorben

Stefan und Anna (Lebensbericht Anna) heirateten 1927 und wohnten in Zell/Waidhofen a. der Ybbs, Hauptplatz 18. Sie beschäftigten sich seit 1929 mit den Lehren der Bibelforscher und 1933 traten sie aus der r. k. Kirche aus. Im Jahr 1938 lernten sie die Zeugin Jehovas Judith Hochegger kennen, die ebenfalls in […]

Pitteroff Leopold

kein Foto vorhanden
geboren am: 18. Oktober 1899
Eltern: Vater Leopold, Mutter Genovefa
verheiratet mit: Elfriede Bayer, geb. 1.1.1901 in Laibach
gestorben am: 23. Jänner 1966

Leopold Pitteroff wurde am 18. Oktober 1899 in Graz geboren. Seine Mutter hieß Genovefa und sein Vater Leopold. Über seine Kindheit ist nichts bekannt. Er war von Beruf Schlosser und später Vertreter. Er wohnte in Graz an verschiedenen Orten, u.a. auch in der Grünegasse.

Im Oktober 1945 heiratete er Elfriede Bayer geb. 1.1.1901 in Laibach und zog in ihr Haus in der Weissenkircherstraße 35 in Graz- Eggenberg. Die Ehe blieb kinderlos.
Pitteroff war 5 Jahre bei der französischen Fremdenlegion. Im Jahr 1931 hörte er den ersten Vortrag Bibelforschern, wie Zeugen Jehovas damals noch hießen. Eduard Payer, der bevor er nach […]

Rezac Barbara

Geboren am: 23. November 1879 in Kremsier (Kroměříž), Tschechien
Wohnhaft: Strohmaiergasse 11, 1060 Wien
Beruf: Schneiderin und Hausfrau
ab 1932 Zeugin Jehovas

Barbara Rezac war verheiratet und hatte vier Kinder. Nach ihrer Taufe 1932 war sie in regelmäßigem Kontakt mit anderen Zeugen Jehovas und nahm an Zusammenkünften teil. Im Jahr 1934 erlitt sie einen Schlaganfall, der sie körperlich sehr beeinträchtigte.

Die fast 70-Jährige wurde am 31. Juli 1940 wegen Verdacht der Wehrkraftzersetzung (Betätigung für die Internationale Bibelforschervereinigung) aufgrund § 3 der Verordnung zur Ergänzung der Strafvorschriften zum Schutze der Wehrkraft des Deutschen Volkes vom 25. November 1939 verhaftet und im Landesgericht Wien inhaftiert.

Am 17. Jänner 1941 wurde sie von der Anklage freigesprochen, weil ihr keine religiöse Betätigung nach 1939 nachgewiesen werden konnte, […]

Paukner Karl

Geboren am: 22. September 1898
Seit 1.2.1945 in Ostpreußen vermisst
Wohnhaft: Gumpendorferstraße 104, 1060 Wien
Beruf: Färbergehilfe
Familie: verheiratet und 3 Söhne

Karl Paukner stand in Kontakt mit Karl August Haas, kannte Julius Berger und war befreundet mit Ferdinand Kosch, dem Sohn von Johanna Kosch. Er beteiligte sich an Zusammenkünften in der Wohnung der Familie Kosch in der Mollardgasse 83 im 6. Bezirk, besuchte die Gemeinde in der Ziegelofengasse und verteilte maschinengeschriebene Schriften.

Gefängnis wegen Wehrdienstverweigerung

1938 weigerte er sich bei der Musterung eingekleidet zu werden. Daraufhin kam er wegen Wehrdienstverweigerung für vier Monate ins Gefängnis. 1940 wurde er erneut einberufen.

Das Todesurteil vom 17. Juli 1940 wurde jedoch aufgehoben und in drei […]

Abel Katharina, vereh. Ponchon

Geboren am: 6. Juni 1908 in Neulengbach, Österreich
Wohnhaft: Hirschengasse 20, 1060 Wien
Beruf: Friseurin
Mutter: Abel Anna, geb. 26. März 1882 in Wien
Rehabilitierung: Antragstellung 27.8.2007

Katharina Abel wurde gemeinsam mit ihrer Mutter am 31. Juli 1940 wegen Verbrechen nach § 3 der Verordnung vom 23. 11.1939 zur Ergänzung der Strafvorschriften zum Schutze der Wehrkraft des Deutschen Volkes verhaftet. Katharina wurde am 4. Februar 1941 zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und in das Frauenzuchthaus Aichach überstellt, wo sie gemeinsam mit Hilde Entacher, einer Zeugin Jehovas aus Tirol, inhaftiert war. Nach dem Krieg heiratete sie. Ihr Sohn Pierre Ponchon lebt heute in Paris.

Quelle: DÖW 1545; Lichtenegger, Wiens Bibelforscherinnen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1938-1945, 1984, S. 290

Abel Anna

Geboren am: 26. März 1882 in Wien, Österreich
Wohnhaft: Hirschengasse 20, 1060 Wien
Beruf: Hausbesorgerin
Kinder: Tochter Abel Katharina, geb. 6. Juni 1908 in Neulengbach

Anna Abel wurde gemeinsam mit ihrer Tochter Katharina am 31. Juli 1940 wegen Verbrechen nach § 3 der Verordnung vom 23. 11.1939 zur Ergänzung der Strafvorschriften zum Schutze der Wehrkraft des Deutschen Volkes verhaftet. Katharina wurde am 4. Februar 1941 zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und in das Frauenzuchthaus Aichach überstellt, wo sie gemeinsam mit Hilde Entacher, einer Zeugin Jehovas aus Tirol, inhaftiert war. Nach dem Krieg heiratete sie. Ihr Sohn Pierre Ponchon lebt heute in Paris.

Quelle: DÖW 1545; Lichtenegger, Wiens Bibelforscherinnen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1938-1945, 1984, S. 290