Gedenkveranstaltung 11. Mai 2014 in Mauthausen

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Mauthausen Gedenk- und Befreiungsfeier „Wert des Lebens“ *****

11. Mai 2014

Die alljährlich stattfindende Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen besuchten heuer trotz des schlechten Wetters rund 8000 Personen. Die Opfergruppe der Zeugen Jehovas wurde durch den Verein Lila Winkel vertreten.

Die Violetten helfen

Im KZ-System Mauthausen waren etwa 450 ZeugInnen Jehovas aus vielen Teilen Europas inhaftiert. Jehovas Zeugen lehnten in der Zeit des Nationalsozialismus alle Formen von Nationalismus und Rassismus ab. Ihre christliche Nächstenliebe motivierte sie zu solidarischem Handeln auch im Konzentrationslager. Der polnische Zeuge Jehovas Jan Otrebski kam als 20jähriger vom Konzentrationslager Auschwitz ins Konzentrationslager Gusen. Er erinnert sich an den Empfang durch die deutschen und österreichischen Zeugen Jehovas im Lager, die ihnen Lebensmittel über den Zaun werfen. „Die Speise reichte für alle von uns, und die Reste wurden an Mithäftlinge ausgeteilt. Die Häftlinge sahen etwas nicht Alltägliches, brüderliche Liebe im Vernichtungslager. Solche Fürsorge hatten sie bis dahin noch nicht gesehen. ,Die Violetten helfen‘ – diese Redewendung hatte sich unter den Häftlingen verbreitet.“

Neben der rassistischen Kategorisierung der Nationalsozialisten wurde der Wert des Lebens auch am wirtschaftlichen Wert gemessen, somit verloren arbeitsunfähige Menschen sehr bald ihr Anrecht auf Leben. In den Konzentrationslagern wurde die Arbeitskraft der inhaftierten Menschen vor allem im Steinbruch bis zur Erschöpfung ausgenützt. Durch regelmäßige Selektionen entschied die SS, wer nicht mehr lebenswert war. Anfang des Jahres 1942 wurden auch 26 – vor allem österreichische und deutsche Zeugen Jehovas aus dem KZ Dachau in einem sogenannten „Invalidentransport“ nach Hartheim gebracht und vergast. (Siehe Lebensbericht Anton Spiessberger).
Kein Lebenswert wurde auch psychisch kranken und behinderten Menschen zugestanden. Unter dem Decknamen T4 wurden diese Menschen in eigens dafür geschaffenen Euthanasie-Anstalten wie Hartheim ermordet.

Lebensberichte von Häftlingen des KZ Mauthausen:
Braunstein Franz
Hechenblaikner Josef
Kraft (Krafzik) August
Linsbauer Leopold
Mattischek Hubert
Mattischek Wilhelm
Mattischek Wolfgang
Obrist Josef
Spiessberger Anton

Auch heute werden Menschen auf Grund ihres „Anderssein“ ausgegrenzt und verfolgt. Jehovas Zeugen lassen sich weltweit anhand von biblischen Prinzipien zu Toleranz schulen und überwinden dadurch Vorurteile. In einem Bericht der UNESCO heißt es: „Bildung könnte von ausschlaggebender Bedeutung im Kampf gegen neue Formen des Rassismus, der Diskriminierung und der Ausgrenzung sein.“ Jehovas Zeugen sind überzeugt, dass die biblische Bildung am wirksamsten ist (Jesaja 48:17, 18). Bei Menschen, die biblische Lehren befolgen, macht Argwohn dem Respekt Platz und Liebe lässt das Feuer des Hasses erlöschen. Jehovas Zeugen haben festgestellt, dass die Bibel ihnen hilft, ihre Vorurteile zu überwinden. Sie spornt sie dazu an und schafft gleichzeitig Gelegenheiten, bei denen Angehörige verschiedener Kulturen und unterschiedlicher ethnischer Herkunft etwas gemeinsam tun. (Vgl. Das Ende aller Vorurteile – Erwachet! 2004)

Von |20. April 2014|Veranstaltungen|0 Kommentare

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