Hofer Alois

Geboren: 20. Juni 1899 in Wöbling/Graz, Steiermark
Gestorben: geköpft am 24. Oktober 1940 in Brandenburg-Görden wegen Wehrdienstverweigerung
Heiratete am 11.5.1940 Frieda … und hatte 2 Töchter

Zuletzt wohnte er in 8042 Graz, St. Peter Hauptstraße

Mitte der 1920er Jahre kam Alois Hofer mit den Bibelforschern in Kontakt und schloss sich ihnen am 29. Juli 1927 an. Von Beruf war er Schuhmacher.

Alois Hofer schrieb in einem Brief, datiert mit 19.8.1940, dass er am 13. August 1940 um 1 Uhr Mittag in Berlin angekommen sei.

Von dort aus schrieb er einige Briefe an die Familie zu Hause. Sein letzter Brief ist vom 23.10.1940, dem Tag, vor seiner Hinrichtung. Nach seinem Tod erhielt seine Frau aus seinem Nachlass auch seinen Hut. Unter der Hutkrempe war sein Abschiedsbrief an die Familie versteckt.

Meine liebe Frau und Kinder!

Im Herrn seid abermals recht herzlichst gegrüsst. Die Gnade und der Friede sowie alle Segnungen von Jehova Gott durch seinen Sohn Jesus Christusseien mit euch auf immer und ewiglich. Meine liebe Frieda, durch Gnade des Herrn ist es mir noch möglich dein letztes Schreiben vom 6/X. 40 mit dem Inhalt der Fothos meiner lieben Kinder am 14/X.40 erhalten habe, jedoch der Brief wurde mir abermals nur vorgelesen an bei ich kaum die hälfte verstehen könnte. Meine liebe Frieda wie du schreibst, das dir nach mir langweilig, kann ich ganz gut glauben, aber denoch ist es für dich diesbezüglich noch leichter als für mich war, da du doch Zerstreuungen finden könntest mit unseren Lieben. Aber ich mußte mich im Vertrauen und aus Liebe zu Jehova und seinen Geboten, gegenüber Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, gefesselt den ganzen Tag und Nacht in meiner Zelle allein Zerstreuung finden und zuwarten bis der Tag der Erlösung und Befreiung kam. Du schreibst auch daß es dir öfters von mir träumt, was ich ebenfalls erwidern muß, besonders von Loisl sehr oft. Jedoch meine liebe Frieda wollen wir das träumen lassen und uns mit des Herrn Sachen befassen und uns von Ihm erquicken und trösten lassen! Denn es naht ein schöner Morgen, der grosse Tag des Herrn, wo wir nicht mehr von einander träumen werden, sondern alles schon Wirklichkeit und Wahrheit sein wird und wir uns wieder als vollkommene Menschen wiedersehen werden. Liebe Frieda theile dir auch mit daß ich von deiner Mutter eine sehr schöne und sehr erfreuliche Karte mit schönen Blumen und mit dem Psalmvers 97:11 und von Loisl auch Grüsse und Busserln erhalten habe. Meine liebe Frieda bitte schreibe gleich nach erhalt meines schreibens deiner Mutter, das ich mich hiefür bestens bedanken lasse, und auch Ihnen alles beste durch die Güte des Herrn wünsche, sowie auch meine besten Grüße an Ihnen allen auch für meinen lieben Loisl viele Grüsse und Busserln. Und zum Schluss meines letzten Schreibens meine liebe Frieda bedanke ich mich bei dir, für die langen Jahre treuer Kameradschaftlichkeit und deiner Treue und Liebe als meine Frau, gegenüber unseren Kindern mit meinen letzten Worten meiner vorzüglichsten Hochachtung dein treuer Gatte und Vater ALOIS

Viele Bussi an dich und meine lieben Kinder, Aufswiedersehen im Königreich. Auch nochmals recht herzliche Grüsse an alle meine Lieben. Sowie auch an Vater, Franz, Andreas, Hansi, Resi und Juli, vom Vater habe ich auch einen Brief erhalten. 2. Korinther 4.5 und 6 und die ganzen Petri und Johannes Briefe deren öfters lesen.

In einigen Stunden lege ich mich zum Schlafe der Gerechten. HEIL von JEHOVA Dein Alois

(Anm.: auf eine Korrektur der Rechtschreibung in den Briefen wurde verzichtet)

Von |27. April 2013|Opferberichte|0 Kommentare

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