Obrist Notburga

Geboren: 28. Jänner 1906, geb. Told, in Stans, Tirol, Österreich
Gestorben: 19. Jänner 1986
Verheiratet mit: Josef Obrist, geb. 15.10.1905
Kinder: Emma, geb. 1926; Anna, geb. 1928; Erna, geb. 1930; Charlotte, geb. 1931; Ruth, geb. 1935

Die siebenköpfige Familie Obrist wohnte in Kasbach, Gemeinde Eben in Tirol. Durch den Bibelforscher Rainer Johann, der aus beruflichen Gründen mit dem Wagnermeister Josef Obrist zu tun hatte, begann sich die gesamte Familie mit der Bibel zu beschäftigen und die Zusammenkünfte der Bibelforscher in Schwaz zu besuchen. 1935 schlossen sie sich den Bibelforschern an. Daraufhin wurden sie aufgrund ihrer Religion angepöbelt und es wurde zunehmend schwieriger Arbeitsaufträge zu erhalten.

Notburga Obrist wurde am 5. Mai 1939 zusammen mit ihren 5 Kindern von der Gestapo abgeholt. Sie saß in dem einen Auto, die Kinder in dem anderen.

KZ Ravensbrück

Notburga Obrist wurde ins Polizeigefängnis nach Innsbruck gebracht und schließlich am 15. Juni 1939 in das KZ Ravensbrück überstellt. Sie erhielt die Häftlingsnummer 1490 (1252?). Ab 20. Dezember 1944 (vgl. Entlassungsschein des KZ Ravensbrück vom 20.12.1944) wurde sie im Haushalt der SS-Familie Neuschäffer im Zillertal als Hausgehilfin bis 1. Mai 1945 eingesetzt.  Die Tochter Ruth erinnert sich an die Erzählungen ihrer Mutter: “Die Frau war sehr nett zu ihr. Sie hat  ihr gestattet, auf ihren Namen Pakete und Briefe zu empfangen. Sie tat das, obwohl sie mit Verwandten – die allesamt strenge Nazis waren – lebte und das Risiko einging, dabei erwischt zu werden. Auf diese Weise hat Mutter Literatur der Bibelforscher bekommen.”

Als Notburga Obrist nach dem Krieg nach Hause zurück kam, war die Wohnung komplett leer und die gesamten Maschinen aus der Werkstätte ihres Mannes verschwunden. Offensichtlich wurde nach der Wegführung der Familie Obrist alles gestohlen. Die Familie war vollkommen vermögens- und mittellos. Notburga musste sich mit Heimarbeit ihren Lebensunterhalt verdienen.

Notburga’s Mann Josef starb im Herbst 1946, da er schwer lungenkrank aus dem KZ zurück nach Tirol kam.

Lebensbericht über ihren Mann Josef Obrist

Schicksal der Kinder Obrist

Per Gerichtsbeschluss wurden Josef und Notburga Obrist die Erziehungsberechtigung für alle Kinder im Juli 1939 entzogen mit der Begründung: “Weil Ernste Bibelforscher nach der geltenden Rechtsfassung als ausgesprochene Feinde des nationalen Staates, jedes Anrecht auf die Erziehung ihrer Kinder verwirkt haben und daher in dem vorliegenden Falle die Vorbedingungen für eine Verfügung nach § 177 ABGB gegeben sind.” (Schreiben des Bezirksjugendamtes vom 21.7.1939 an das Amtsgericht Schwaz)

 

Von |18. Mai 2013|Opferberichte|2 Kommentare

2 Kommentare

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