Reiter Cäcilia

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Geboren: 26. September 1891 in Wolfsberg bei Leibnitz, Steiermark, Österreich
Gestorben: im Jahr 1942 im KZ Auschwitz

Cäcilia Reiter lebte bei ihrer Mutter Theresia Reiter in Graz. Sie war Hilfsarbeiterin bei der Firma Reininghaus.

Ihr Bruder Franz war Soldat im 1. Weltkrieg. Er kämpfte in den „Isonzoschlachten“ an der italienischen Front. Dort wurde auch verheerendes Giftgas eingesetzt. Dieses Gas hatte Franz enorm zugesetzt. Verbittert, enttäuscht und schwer krank kam er nach Hause. Ihn quälten Fieberanfälle, Nervenschmerzen und Schlaflosigkeit – sein Leben war zerstört und er konnte nicht mehr an Gott glauben – daher wurde er Atheist. Er hatte keine Hoffnung mehr, dass sich die Zustände bessern würden.

Franz nahm sich am 7. April 1926 zusammen mit seiner Frau Regina das Leben und hinterließ den gemeinsamen Sohn Ernst.

Eigentlich hatte der Vater von Ernst für ihn vorgesorgt und die Wohnung und das ersparte Geld einem Freund gegeben, damit dies für Ernst verwendet werden sollte. Dieser Freund war verheiratet, hatte 2 Töchter und so hätte Ernst in einer Ersatzfamilie aufwachsen können. Dieser angebliche Freund verkaufte aber die Wohnung, nahm das Geld und wanderte mit seiner Familie nach Amerika aus – er ließ Ernst allein in Graz zurück.

So kam es, dass Cäcilia Reiter und ihre Mutter Ernst bei sich aufnahmen und sich trotz ärmlicher Verhältnisse rührend um ihn kümmerten.

Ende der 1920er Jahre kamen Cäcilia Reiter und ihre Mutter Theresia Reiter mit den „Bibelforschern“ in Kontakt und das Gebot, „man muss Gott mehr gehorchen als Menschen“ bestärkte beide, den Krieg nicht zu unterstützen.

1938 wurde der Neffe Ernst Reiter verhaftet und schließlich in das KZ Flossenbürg gebracht.

Siehe Lebensbericht Ernst Reiter

Der Briefträger verriet Cäcilia an die Gestapo

Cäcilia Reiter wurde vom Briefträger bei der Gestapo angezeigt, da sie nicht mit „Heil Hitler!“ grüßte. Sie wurde am 1.12.1939 verhaftet. Sie erhielt von der Gestapo das Angebot, Munitionstaschen für Soldaten zu nähen, da sie Schneiderin war. Durch diese Arbeit hätte Cäcilia Reiter aber den Krieg unterstützt und dies wäre für sie, als Bibelforscherin, nie in Frage gekommen.

Einlieferung in das Konzentrationslager

Am 15.01.1940 wurde sie nach Wien gebracht und am 2. Februar 1940 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Sie erhielt die Häftlingsnummer 2752. Mehr als 2 Jahre war sie in diesem KZ. Dann wurde sie nach Auschwitz überstellt – unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht in einem Zugwaggon ohne Verpflegung – nicht einmal Wasser gab es zu trinken.

In Auschwitz grassierte eine von vielen fürchterlichen Seuchen, eine Fleckfieber-Epidemie. Das war eine Infektion, die durch Läuse, Zecken oder Flöhe übertragen wurde. Schuld daran waren die schlechten hygienischen Bedingungen. Über 100.000 starben damals an Fleckfieber, Typhus und Ruhr – Cäcilia Reiter war eine von ihnen.

Stolperstein

Im Gedenken an ihren Mut, sich für die Grundsätze des Schöpfers zu entscheiden und dem Unrechtsregime nicht zu folgen, wurde am 27. Juli 2013 ein STOLPERSTEIN für Cäcilia Reiter verlegt.

Stolperstein für Cäcilia Reiter: 8052 Graz, Einödstraße 1

 

Von |04. April 2013|Opferberichte|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. [...] CÄCILIA REITER, JG. 1891, Zeugin Jehovas, verhaftet: 1.12.1939, deportiert: 2.2.1940, KZ Ravensbrück, ermordet: 1942, KZ Auschwitz [...]

  2. [...] CÄCILIA REITER, JG. 1891, Zeugin Jehovas, verhaftet: 1.12.1939, deportiert: 2.2.1940, KZ Ravensbrück, ermordet: 1942, KZ Auschwitz – Lebensbericht [...]

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