Die Ausstellung berichtet über einen 19-jährigen Wiener, der sich weigerte zur Waffe zu greifen und den Eid auf Hitler abzulegen. Gerhard Steinacher wurde am 11.11.1939 wegen Zersetzung der Wehrmacht zum Tode verurteilt. Ein Gnadengesuch wurde abgelehnt und Gerhard wurde am 30. März 1940 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Zwischen dem inhaftierten Gerhard und seinen Eltern entstand ein reger Briefverkehr. Nach seinem Tod sind
ein paar Habseligkeiten und die Briefe von Berlin-Plötzensee an die Eltern nach Wien zurückgesandt worden. Dann ruhte der Fall. Als die Mutter 1976 als letztes Familienmitglied starb, wurde in der Wohnung eine kleine Schachtel gefunden. Der Inhalt: sorgsam geschlichtete Briefe und ein paar Fotos der Familie. Jene Briefe, die die Eltern zur Glaubensstärkung nach Berlin gesandt hatten und Briefe, die Gerhard aus dem Gefängnis nach Wien schickte, mit seinen kleinen und großen Sorgen, mit der Schilderung des Laufes der Dinge, mit seinen Zweifeln und Ängsten aber auch mit der stets stärker werdenden Erklärung: „schießen kann ich nicht!“

Von besonderer Dramatik war der Abschiedsbrief, den Gerhard in den Stunden vor seiner Hinrichtung geschrieben hat. Die beiden letzten Briefe der Eltern an ihn konnte Gerhard nicht mehr lesen. Herzlos sandte das Regime diese an die Eltern zurück – „Empfänger verstorben“.

Ausstellung und DVD

Die Ausstellung “Gerhard Steinacher – schießen kann ich nicht” erzählt seine Geschichte.
6 Schautafeln

DVD: “Gerhard Steinacher – schießen kann ich nicht”, 28 Minuten, erhältlich unter KONTAKT