Trausner Johann

Geboren am: 26. Dezember 1908 in Vorchdorf, Oberösterreich, Österreich
Heirat: am 4. März 1939 mit Rosalia Ahornegger aus St. Johann/Pongau, geboren am: 5. Juni 1915, verstorben am: 8. Juni 1989
erschossen am: 24. Oktober 1941 auf Befehl des Führers
wohnhaft: St. Johann/Pg., Vormarkt 110 (heute: Liechtensteinklammstr. 3)

Johann Trausner wurde am 26. 12. 1908 in Vorchdorf, OÖ, geboren und war Zementwarenerzeuger. Er heiratete am 4. März 1939 in Rauris Rosalia Ahornegger, wohnte in St. Johann/Pg., Vormarkt 110 (Der Pfarrer Josef Lackner, Kooperator in St. Johann, Pfarrer in Rauris, später Dürrnberg, traute die beiden). Johann Trausner gestand seiner Frau erst in der Hochzeitsnacht, dass er ein Zeuge Jehovas ist.
Laut Nichte war das für Rosalia eine traumatische Hochzeitsnacht.

Schon fünf Monate nach der Hochzeit, am 9. 9. 1939, wurde Johann Trausner von der Gendarmerie St. Johann verhaftet, weil er sich weigerte, den „Hitlergruß“ zu leisten und in die SA einzutreten. Er wurde in das Polizeigefängnis Salzburg überstellt und ohne Gerichtsverfahren nach Oranienburg in das KZ Sachsenhausen eingewiesen. Weitere Verfahren gegen ihn brachten zu Tage, dass er ein Zeuge Jehovas war. Von Sachsenhausen wurde er dann in das KZ Neuengamme (nahe Hamburg) deportiert.

Johann Trausner hatte sich schon kurz nach seiner Ankunft in Neuengamme strikt gegen die Befolgung aller Befehle gewandt, die er aus Glaubensgründen nicht ausüben konnte. So weigerte er sich, SS-Männer vorschriftsmäßig durch Abnehmen der Mütze zu grüßen. Nach Berichten von Mithäftlingen soll er bei der Lagerleitung schriftlich Schikanen, denen die Zeugen Jehovas ausgesetzt waren, beanstandet und mehrere Male demonstrativ jeden Dienst für die SS als Götzendienst abgelehnt haben. Daraufhin kam er in den Arrestbunker.

Am 24. Oktober 1941 wurde Johann Trausner von der SS hingerichtet.
Die Sterbeurkunde vermerkte als Todesursache: „8-facher Brustdurchschuss. (Auf Befehl des Führers und Reichskanzlers erschossen.)“

Stolperstein für einen mutigen Mann

Seit 15. Juli 2015 erinnert ein STOLPERSTEIN am letzten Wohnort von Johann Trausner in 5600 St. Johann, Liechtensteinklammstraße 3  an seine mutige Weigerung dem Regime nicht zu gehorchen.

 

Quellen:

Maislinger, Andreas: Andere religiöse Gruppen, in: Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934-1945. Bd. 2, S. 323 – 353, Wien/Salzburg, 1991

DÖW http://www.offenes-archiv.de/de/medium-ansicht?id=5219 , S. 12, S. 17 – 18

Recherche:
Annemarie Zierlinger und Andrea Kopranovic, Schülerin der 7. Klasse, WPF Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, BG St. Johann/Pg., 2008, Projekt DENK.MAL.
Edi Stofferin

Standesamtliche Totenbescheinigung von Johann Trausner, 6.11.1941
(Archiv KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

Von |02. Juli 2015|Opferberichte|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. [...] Zur Erinnerung an den Zeugen Jehovas Johann Trausner wird in der Liechtensteinklammstraße 3 ebenfalls ein Stolperstein verlegt. Er verweigerte den Hitlergruß und wurde “auf Befehl des Führers” durch 8 Gewehrschüsse hingerichtet. Lebensbericht von Johann Trausner [...]

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