Wohlfahrt Franz sen. (vulgo Zanker)

Geboren am: 26. März 1890
Wohnhaft: Köstenberg/Velden, Kärnten, Österreich
Bruder von Gregor Wohlfahrt
Verheiratet mit: Anna, geb. 25.7.1899
4 Kinder: Sohn Anton, geb. 17.1.1925, Tochter Maria, geb. 25.3.1926, Sohn Franz, geb. 9.2.1927, Sohn Emil, geb. 22.5.1928
Gestorben am: 26.2.1944 im KZ Auschwitz-Birkenau

Franz Wohlfahrt sen. (geb. 26.3.1890) aus Köstenberg/Velden war der Bruder von Gregor Wohlfahrt. Er wurde am 2.6.1943 in das KZ Flossenbürg (Haftnummer: 2362) deportiert und dann in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Haftnummer: 166680) überstellt. Der letzte Eintrag über ihn am 21.2.1944 lautete: „Magenleiden“. Todesursache: vermutlich durch Gas (vgl. Wontor-Cichy 2006, 86).

Seine Gattin Anna (geb. 25.7.1899) kam im Februar 1944 ins Polizeigefängnis nach Klagenfurt. Dort wurde sie von der Gestapo auf das Schlimmste misshandelt und starb and den Folgen unmittelbar nach ihrer Haftentlassung.

Der Sohn Anton (geb. 17.1.1925) kam am 2.6.1943 ins KZ Flossenbürg (Haftnummer: 2401), er blieb dort bis Kriegsende.

Der Sohn Emil (geb. 22.5.1928) kam am 1.12.1944 ins Jugend-KZ Moringen und verblieb dort bis Kriegsende. Vier Jahre nach seiner Befreiung starb er an den Folgen (Typhus) des KZ Aufenthaltes.

Der Sohn Franz jun. (geb. 9.2.1927) wurde von der Jugendkammer des Landesgerichtes Klagenfurt am 22.9.1944 verurteilt. Das Urteil lautete: „Franz Wohlfahrt hat
1.) der wehrfeindlichen Verbindung der Bibelforscher angehört;
2.) es seit Feber 1944 unternommen, sich durch die Weigerung, die Uniform anzuziehen, und den Eid auf den Führer zu leisten, sich der Erfüllung seiner Dienstpflicht beim Reichsarbeitsdienst ganz zu entziehen.
Er wird deshalb wegen Verbrechens gegen die Wehrkraftschutzverordnung und gegen die Verordnung zum Schutze des Reichsarbeitsdienstes zu 18 (achtzehn) Monaten Jugendgefängnis verurteilt“ (Jugendkammer des Landesgerichtes Klagenfurt, 22.9.1944: Hauptverhandlung und Urteil: Franz Wohlfahrt.
Quelle: Kärntner Landesarchiv, Klagenfurt). Franz starb einige Jahre nach seiner Befreiung an Krebs (vgl. Wölbitsch 2000, 123).

Die Tochter Maria (25.3.1926) kam am 8.2.1945 bis Kriegsende in ein Erziehungsheim. Als sie dort beim Obstpflücken vom Baum fiel, zog sie sich einen gebrochenen Wirbel zu. Ein paar Monate später starb sie an den Folgen dieses Unfalls.

Quelle: Gerti Malle: „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht.“ Widerstand und Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus in Kärnten. 2011 Kitab-Verlag Klagenfurt-Wien

Von |28. November 2016|Opferberichte|0 Kommentare

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