Wohlfahrt Gregor sen.

Geboren am 10. März 1896, Kärnten, Österreich
Wohnort: St. Martin/Techelsberg
Gestorben am: 7. Dezember 1939 in Berlin-Plötzensee hingerichtet
verheiratet mit: Barbara
6 Kinder: Sohn Franz, geb. 18.1.1920, Sohn Gregor, geb. 24.7.1921, Tochter Ida, geb. 3.4.1923, Sohn Kristian, geb. 11.10.1924, Tochter Anna, geb. 25.8.1926, Sohn Willibald, geb. 15.12.1927

Gregor Wohlfahrt (geb. 10.3.1896) aus St. Martin/Techelsberg wurde Anfang September 1939 von der Wehrmacht in Völkermarkt zur Einberufung vorgeladen, obwohl er aufgrund seiner schlechten Gesundheit vom Militärdienst befreit war. Er teilte dem Ausschuss mit, dass er als Christ an keinem Krieg mehr teilnehmen möchte. Daraufhin wurde er zuerst nach Wien und dann nach Berlin überstellt. In Berlin wurde er vom Reichskriegsgericht am 8.11.1939 als Staatsfeind zum Tode verurteilt. Das Urteil fällte der Richter Roland Freissler. Am 7.12.1939 wurde Gregor in Berlin Plötzensee enthauptet.
Rehabilitiert am 18.11.1998.

Der Sohn Franz (geb. 18.1.1920) wurde wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Über vier Jahre verbrachte er im Militärstrafgefangenenlager Rollwald in Rodgau/Dieburg (Siehe Wölbitsch 2000). Rehabilitation am 11.5.2004.

Der Sohn Gregor jun. (geb. 24.7.1921) wurde wegen Wehrdienstverweigerung am 14.3.1942 in Berlin-Brandenburg enthauptet. Rehabilitiert am 5.8.1998.

Die Tochter Ida (geb. 3.4.1923) kam am 21.9.1940 zu einer Offiziersfamilie namens Ebster in Klagenfurt und musste dort arbeiten. Ab dem Jahre 1941 arbeitete sie zwei Jahre auf dem Bauernhof von Luise Tarmann in Oberkreuth bei Fürnitz. Mitte 1943 durfte sie zu ihrer Mutter zurückkehren, um ihr in der Landwirtschaft zu helfen.

Die Söhne Kristian (geb. 11.10.1924) und Willibald (geb. 15.12.1927) kamen am 28.5.1942 ins Landerziehungsheim Landau-Queichheim/Saarpfalz in Deutschland. Als Ida ihre beiden Brüder dort besuchte, erzählte Willibald, dass er von einem Priester sexuell belästigt wurde. Mit 17 Jahren wurde Willibald zur Flak geschickt. Beim Ausheben von Schützengräben traf ihn ein Kopfschuss tödlich. Kristian wurde ohne Ausbildung an die russische Front geschickt und dort angeschossen.

Die Tochter Anna (geb. 25.8.1926) wurde am 11.4.1942 im Umerziehungsheim in Harbach zwangsuntergebracht. Im Herbst 1944 kam sie in ein Heim für verschickte Kinder nach Pörtschach am Wörthersee in die Pension Seerose, wo sie den Arbeitsdienst leisten musste.

Quelle: Gerti Malle: „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht.“ Widerstand und Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus in Kärnten. 2011 Kitab-Verlag Klagenfurt-Wien

Von |28. November 2016|Opferberichte|0 Kommentare

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