Zimmermann Johann

Geboren am: 20. Mai 1898 in Kerschdorf im Gailtal, Kärnten, Österreich
verheiratet

Johann Zimmermann wurde am 20.5.1898 in Kerschdorf im Gailtal geboren. 1934, als er sich als Zeuge Jehovas taufen ließ, lebte er mit seiner Frau bereits in Wien. Unter dem Ständestaat wurde Johann mehrmals verhaftet, weil er mit Menschen über die Bibel sprach.

Wehrdienstverweigerung

Im August 1939 wurde er zum Kriegsdienst einberufen. Nach drei Wochen Einzelhaft im Militärgefängnis Wien kam Johann aufgrund seiner Wehrdienstverweigerung vor das Kriegsgericht. Dort wurde ihm unter anderem die Frage gestellt: „Und was sagen Sie zum Krieg?“ Darauf antwortete Johann: „Wenn alle Menschen Gottes Gebote einhalten würden, würde überhaupt kein Krieg sein.“ Daraufhin erhielt er ein Formular mit sinngemäßen Wortlaut: „Zimmermann Johann ist aufgrund der jetzigen Untersuchung mit dem heutigen Tage zu enthaften.“ Die letzten Worte des Richters lauteten: „Gehen Sie in das nächste Zimmer, dort bekommen Sie Ihre Bibel zurück und lesen Sie in der Bibel so viel Sie wollen. Sie sind von Gericht aus frei gesprochen, wir müssen Sie aber leider der Gestapo überliefern, was die mit Ihnen tun, entzieht sich unserer Kenntnis.“

5 Jahre Zwangsarbeit im KZ Dachau

Johann wurde in das Gestapo Gefängnis gebracht, danach kam er in die Psychiatrie am „Steinhof“. Dort wurde er bereits 1936 wegen seiner Predigttätigkeit als Zeuge Jehovas eingeliefert. Johann wehrte sich allerdings als „Narr“ bezeichnet zu werden, worauf er kurz darauf wieder in das Polizeigefängnis überstellt und Ende April 1940 ins KZ Dachau deportiert wurde, wo er fünf Jahre Zwangsarbeit leisten musste. Kurz vor der Befreiung wurden Johann und einige Mitgefangene von der SS vier Tage bei Regen und Schnee in den Bayrischen Wäldern herumgetrieben.

Quelle: Gerti Malle: „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht.“ Widerstand und Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus in Kärnten. 2011 Kitab-Verlag Klagenfurt-Wien

Von |28. November 2016|Opferberichte|0 Kommentare

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