Warning to the generations
Inhalt: Zeitzeug:innen | die nächsten Termine | Projekt: Zurück in die Schulklassen | Aktuelles
Treffpunkt: KZ Gedenkstätte Gusen, Memorial de Gusen, Georgestraße 7, 4222 Langenstein
Teilnahme ist kostenlos. Dem Wetter entsprechende Kleidung und festes Schuhwerk!
Im Rahmen dieses Rundgangs erhalten Besucher*innen einen Einblick in die vielfältige Bedeutung des (religiösen) Glaubens für Häftlinge im KZ Gusen. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Glaube in einer von Gewalt, Vernichtung und Entmenschlichung geprägten Umgebung Hoffnung geben, ein Zeichen der Solidarität sein und sogar Widerstand bedeuten konnte. Auch der Zweifel an der Existenz eines liebenden Gottes, das Verzweifeln und jeglicher Glaubensverlust angesichts der nihilistischen Erfahrungen, werden thematisiert. Anhand von Biografien und Quellen wird die vielfältige Bedeutung und Ausprägung von Glauben im Lager verdeutlicht.
Referent*innen: Aktivist*innen Papa Gruber Kreis
Plattform Johann Gruber
Heidi Gsell, Historikerin, Verein Lila Winkel
Charlotte Herman, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde Linz
JEHOVAS ZEUGEN - ERNSTE BIBELFORSCHER - HÄFTLINGSKENNZEICHEN LILA WINKEL
Sie wurden als Religionsgemeinschaft Opfer der grausamen Verfolgung des NS-Regimes. Tausende wurden eingesperrt und kamen in Konzentrationslager, weil sie Jehova dienten, nach biblischen Grundsätzen lebten und nach ihrem biblisch geschulten Gewissen handelten.
Aus vielen Teilen Europas waren im KZ-System Mauthausen etwa 450 Zeugen inhaftiert – davon 77 männliche Häftlinge in Gusen. Etwa 140 Männer verloren ihr Leben.
Nach dem biblischen Grundsatz: „WIR MÜSSEN GOTT, DEM HERRSCHER, MEHR GEHORCHEN ALS DEN MENSCHEN“ Apostelgeschichte 5:29 nahmen sie lieber Verfolgung, Folter, Hunger, Inhaftierung und sogar ihre eigene Ermordung auf sich, als andere zu töten.
Treffpunkt: 10 Uhr GEDENKSTÄTTE, 4310 Mauthausen, Stiege oben rechts neben dem Haupteingang
Gedenkfeier: 10.30 Uhr bei der Gedenktafel von Jehovas Zeugen
Die Zeugen Jehovas gehörten in den Konzentrationslagern zu den ersten Häftlingen und erhielten ab 1937 aufgrund ihrer großen Anzahl als einzige religiöse Gruppe eine eigene Kennzeichnung - den lila Winkel. Bis 1942 wurden sie besonders unbarmherzig behandelt. Wenn sie in ein Konzentrationslager eingeliefert wurden, kamen sie zuerst prinzipiell in die Strafkompanie und wurden von den anderen Häftlingen isoliert.
Zeugen Jehovas waren von 1938 bis 1945 sowohl im Hauptlager als auch in beinahe allen Nebenlagern des Konzentrationslagers Mauthausen anzutreffen. Am 29. September 1939 kam es aufgrund der vorübergehenden Auflösung des KZ Dachau zum größten geschlossenen Transport nach Mauthausen, nämlich von 144 Zeugen Jehovas. Diese Häftlinge, die sich vor allem aus deutschen und österreichischen Zeugen Jehovas zusammensetzten, waren teilweise schon seit 1935 in Dachau interniert.
Trotz der unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen bewahrten die Zeugen Jehovas ihre stark religiös geprägte Identität und entwickelten Strategien der Solidarität und des Überlebens. Selbst im Lager verweigerten sie sich Forderungen der SS, wenn diese ihren Glaubensansichten widersprachen und versuchten neue Gläubige zu missionieren. Die Zeugen Jehovas blieben auch unter Extremverhältnissen ihren aus der Bibel entnommenen Grundsätzen treu und handelten gemäß ihrem Gewissen.
„Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.“
(Honoré de Balzac)
Hermine Liska war über 20 Jahre als Zeitzeugin unterwegs und erzählte über ihr Leben – eine Geschichte, die auch Jugendliche unserer Zeit bewegt. Einige unserer Referentinnen/Referenten begleiteten Hermine Liska jahrelang. So ist es möglich, dass sie über Hermines Leben berichten und viele ihrer bemerkenswerten Geschichten über Mut, Glauben und Tapferkeit erzählen.
Mit dem NEUEN PROJEKT des Vereins LILA WINKEL lebt die Geschichte weiter und kehrt in die Schulklassen zurück.
Birthdate
12. April 1930-1. Juli 2024
Grown up in
St.Walburgen in Kärnten
Specific
Mit 8 Jahren bekam Hermine die Härten des NS-Regimes zu spüren. Über 20 Jahre war sie als Zeitzeugin unterwegs und erzählte über ihr Leben - eine Geschichte, die auch Jugendliche unserer Zeit bewegt.
Birthdate
7. Mai 1949
Grown up in
Graz, Steiermark
Specific
Kind eines "KZ-Häftlings" zu sein, führte zu Ausgrenzung und Mobbing. Heute zeigt sie Schülern wohin Intoleranz und Vorurteile führen.
Birthdate
5. Mai 1954
Grown up in
Graz, Steiermark
Specific
Als Zeitzeugin der 2. Generation erzählt sie von ihrem Vater, Ernst Reiter, der viereinhalb Jahre im KZ Flossenbürg inhaftiert war. Warum war auch sie ein Opfer des Krieges?
Birthdate
12. Juni 1961
Grown up in
Klagenfurt, Kärnten
Specific
Sohn von Anna Wohlfahrt. In der NS-Zeit wurden 22 Familienmitglieder verfolgt. Sieben wurden hingerichtet. Eine dramatische Geschichte.
Birthdate
9. März 1950
Grown up in
Leoben, Steiermark
Specific
Weil sein Vater und seine beiden Onkel den Hitler-Gruß verweigerten, kamen sie in ein Erziehungsheim und später auf fremde Bauernhöfe. Nur einer üblebte den Krieg.
Birthdate
25. Juli 1961
Grown up in
Leoben, Steiermark
Specific
Die vielen positiven Feedbacks über Zeitzeugengespräche in den Schulen veranlassen sie, die Geschichte ihres Vaters Maximilian, zu erzählen.
Here is the full table with filter ability
| Date | School | Zip | City | Timewitness | Feedback |
|---|---|---|---|---|---|
| 17.04.2026 | HLW Leoben | 8700 | Leoben | Friedrich Tschoggl | |
| 17.04.2026 | BFS Pöchlarn | 3380 | Pöchlarn | Peter Stocker | |
| 17.04.2026 | BFS Langenlois | 3550 | Langenlois | Peter Stocker | |
| 17.04.2026 | MS 2 Weiz | 8160 | Weiz | Judith Ribic | |
| 17.04.2026 | MS Villach-Auen | 9500 | Villach | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 17.04.2026 | BORG Götzis | 6840 | Götzis | Ingrid Portenschlager | |
| 20.04.2026 | MS Judenburg | 8750 | Judenburg | Judith Ribic | |
| 20.04.2026 | MS Langenzersdorf | 2103 | Langenzersdorf | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 21.04.2026 | MS Horn | 3580 | Horn | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 21.04.2026 | MS Passail | 8162 | Passail | Judith Ribic | |
| 21.04.2026 | MS Horn | 3580 | Horn | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 21.04.2026 | MS Vitis | 3902 | Vitis | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 22.04.2026 | MS Ratten | 8673 | Ratten | Judith Ribic | |
| 22.04.2026 | MS Oberzeiring | 8762 | Oberzeiring | Friedrich Tschoggl | |
| 22.04.2026 | MS Hollabrunn | 2020 | Hollabrunn | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 23.04.2026 | LBS Bad Gleichenberg | 8344 | Bad Gleichenberg | Ingrid Portenschlager | |
| 23.04.2026 | MS Villach-Auen | 9000 | Villach | Kessia Färberböck | |
| 24.04.2026 | Landesberufsschule Hallein | 5400 | Hallein | Ingrid Portenschlager | |
| 24.04.2026 | NMS Bärnbach | 8571 | Bärnbach | Peter Stocker | |
| 24.04.2026 | LBS Voitsberg | 8570 | Voitsberg | Ingrid Portenschlager | |
| 24.04.2026 | Poly Birkfeld | 8190 | Birkfeld | Friedrich Tschoggl | |
| 28.04.2026 | MS Kaindorf bei Hartberg | 8224 | Kaindorf bei Hartberg | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 30.04.2026 | MS Trieben | 8784 | Trieben | Judith Ribic | |
| 04.05.2026 | PÄDAG Klagenfurt | 9020 | Klagenfurt am Wörthersee | Peter Stocker | |
| 05.05.2026 | MS Poly Pischelsdorf | 8212 | Pischelsdorf am Kulm | Friedrich Tschoggl | |
| 05.05.2026 | MS Neumarkt | 8820 | Neumarkt in Steiermark | Judith Ribic | |
| 06.05.2026 | MS Hartberg | 8230 | Hartberg | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 06.05.2026 | MS Eggersdorf | 8063 | Eggersdorf bei Graz | Judith Ribic | |
| 06.05.2026 | BG Schillerstra0e Feldkirch | 6800 | Feldkirch | Ingrid Portenschlager | |
| 06.05.2026 | Sportgymnasium Dornbirn | 6850 | Dornbirn | Ingrid Portenschlager | |
| 07.05.2026 | MS Althofen | 4950 | Altheim | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 07.05.2026 | BHAK Bludenz | 6700 | Bludenz | Ingrid Portenschlager | |
| 07.05.2026 | PTS Bludenz | 6700 | Bludenz | Ingrid Portenschlager | |
| 07.05.2026 | Höhere Lehranstalt - Fachschule für wirtschaftliche Berufe Dornbirn | 6850 | Dornbirn | Ingrid Portenschlager | |
| 08.05.2026 | PTS Thüringen | 6712 | Thüringen | Ingrid Portenschlager | |
| 11.05.2026 | MS St. Pantaleon | 4303 | St. Pantaleon | Ingrid Portenschlager | |
| 11.05.2026 | MS Hochburg-Ach | 5122 | Hochburg-Ach | Ingrid Portenschlager | |
| 11.05.2026 | MS Pischelsdorf | 8212 | Pischelsdorf am Kulm | Judith Ribic | |
| 12.05.2026 | BRG Fürstenfeld | 8280 | Fürstenfeld | Hermine Liska Gedenkprojekt | |
| 12.05.2026 | Staatliche Berufsschule II Traunstein Deutschland | 83278 | Traunstein Deutschland | Ingrid Portenschlager | |
| 13.05.2026 | BRG Fürstenfeld | 8280 | Fürstenfeld | Peter Stocker |
Number of attendees (pupils & teachers) in eyewitness talks299.039 Attendees
Weil es nur mehr wenige Zeitzeugen gibt, die wir noch fragen können …
Weil man das vergangene Unrecht nicht vergessen darf …
Weil Gruppenzwang und Gewalt an Schulen zunehmen …
Weil es immer Feindseligkeit und Ausgrenzung gibt ...
Weil Mobbing auf der Tagesordnung steht …
Weil man das Gewissen eines anderen respektieren soll …
Weil man hofft, dass Menschen doch aus Fehlern lernen …
Weil die kriegerischen Auseinandersetzungen kein Ende nehmen …
Weil sich Geschichte leicht wiederholen könnte …
Weil wir das Gebot haben "Liebe deinen Nächsten" ...
Weil wir für Frieden und Gerechtigkeit arbeiten wollen …
Erlass des Bundesministeriums für Zeitzeugengespräche (pdf hier anklicken)
Der pädagogische Wert dieser Zeitzeugengespräche liegt darin, zu zeigen, wozu Intoleranz, geschickt geschürte Vorurteile und verhetzende Propaganda führen können.
Außerdem soll die heutige Jugend dazu angehalten werden, ein gesundes Selbstbewusstsein zu erlernen und ‚nein‘ zu negativem Gruppenzwang (auch bei Alkohol und Drogen), Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten zu sagen.
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Diese Erklärung äußerte Gerhard Steinacher in seinem Gnadengesuch. Die einfachen Worte sprechen Bände über die christlichen Werte, die sein Leben bestimmten. Die Familie Steinacher kam in den 1930er-Jahren mit Bibelforschern, heute Zeugen Jehovas, in Kontakt. Ein Vermerk auf der Rückseite seines Taufscheins zeigt, dass Gerhard am 28. Februar 1938 aus der röm. kath. Kirche ausgetreten ist.
Er wurde am 15. September 1939 um ca. 15 Uhr verhaftet. Über einen Monat verbrachte er in der Haftanstalt in der Hardtmuthgasse 42 in 1010 Wien und wurde am 28. Oktober 1939 in das Untersuchungsgefängnis nach Berlin NW 40 Alt-Moabit, überstellt.
Die erste Verhandlung fand am 11. November 1939 statt und Gerhard Steinacher wurde wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode und zur Wehrunwürdigkeit verurteilt. “Ich will ja arbeiten”, sagte er immer wieder, aber “schießen kann ich nicht”.
Am 2. März 1940 wurde eine zweite Verhandlung angesetzt. Das Gnadengesuch wurde aber abgelehnt und das 1. Urteil bestätigt. Infolgedessen wurde Gerhard Steinacher am 30. März 1940 um 6 Uhr früh durch das Fallbeil hingerichtet.
Noch in seinem Abschiedsbrief an die Eltern beteuerte er, dass er nicht gegen sein Gewissen handeln könne.
Lebensbericht und die Briefe zwischen Gerhard und seinen Eltern: Gerhard Steinacher
Bericht auf jw.org Gedenktafel zu Ehren eines Zeugen Jehovas http://www.jw.org/en/news/releases/by-region/austria/gerhard-steinacher-memorial-plaque/
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Wie Alex Ebstein die Konzentrationslager Auschwitz, Sachsenhausen und Flossenbürg überlebte und zu einem erfüllten Leben fand
von Christoph Wilker
Alex Ebstein lernte schon früh in seinem Leben, nicht aufzugeben. Er musste das lernen, sonst wäre er verloren gewesen. Selbst im Konzentrationslager Auschwitz war er immer davon überzeugt, die Hitlerzeit zu überleben. Im Konzentrationslager Flossenbürg befürchtete er, den Steinbruch nicht zu überleben.
Alex kam 1926 in einer jüdischen Familie zur Welt und wurde mit sechs Jahren eingeschult. Er kam in eine Gemeinschaftsschule für Kinder aus Familien, die anderen Konfessionen als der evangelischen oder der katholischen, angehörten. “In der Schule verspürte ich keinen Hass. Wir Juden wurden normal behandelt. Das änderte sich auch nicht, als Hitler 1933 an die Macht kam”, erinnerte sich Alex. Er bezeichnete sein Elternhaus als jüdisch-liberal. Doch es kam – wie allgmein bekannt – Verweis von der öffentlichen Schule, Verlust von Arbeit und Wohnung, Judenstern, Deportation. Die Fahrt nach Auschwitz waren die letzten Stunden, die Alex mit seiner Mutter verbrachte.
Im Konzentrationslager Sachsenhausen hatte Alex das erste Mal von den “Bibelforschern” gehört. Doch erst im KZ Flossenbürg kam es zu einer ersten persönlichen Begegnung mit einem Mitglied. Alex traf den Ukrainer Daniel Budakowsky. Das war der Wendepunkt in seinem Leben.
ISBN: 978-3-86222-315-2 zu bestellen bei Amazon
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Wie Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus jüdischen Mitmenschen beistanden
Christoph Wilker
Bisher weitgehend unbekannt, setzten die Zeugen Jehovas während der Zeit des Nationalsozialismus immer wieder ein Zeichen gegen den vorherrschenden Antisemitismus in der Gesellschaft, indem sie als „jüdisch“ verfolgten Personen halfen. In jahrelanger Recherche hat Christoph Wilker dafür Belege gesammelt und stellt nun einige bewegende Einzelschicksale vor, wie das des jungen Berliners Dagobert Lewin, der 1942 bei einer Familie von Zeugen Jehovas Schutz fand.
Seine Recherchen beleuchten eine bisher wenig beachtete Seite des zivilen Widerstands. „In diesem Buch sind Berichte von Zeugen Jehovas zusammengetragen, die ― spät genug ― ein helles Licht auf einen weithin unbekannten Aspekt der Hilfe für Juden und deren Rettung werfen.“ (Prof. Dr. Wolfgang Benz, Historiker, Antisemitismusforscher).
Bestellung bei Amazon: Die unbekannten Judenhelfer, Christoph Wilker
ISBN 978-3862224357
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